zurück zur Übersicht Katzenaids 28.07.2026 von Ralf H. Ist es korrekt dass man bei Katzenaids wenn die Katze einen Schub hat das gut mit Depot Cortison bekämpfen kann? Antwort von Tierärztin Janina Rohde Hallo Herr H. so pauschal lässt sich das leider nicht beantworten. Zunächst wäre wichtig zu wissen, was genau Sie mit einem „Schub“ meinen. Das Feline Immundefizienzvirus (FIV, umgangssprachlich oft als „Katzenaids“ bezeichnet) verursacht selbst keine typischen Schübe wie beispielsweise manche Autoimmunerkrankungen. Vielmehr kommt es durch die geschwächte Immunabwehr häufiger zu Folgeerkrankungen wie Entzündungen im Maul, Hautproblemen oder Infektionen. Kortison kann in bestimmten Situationen durchaus sinnvoll sein, beispielsweise bei einer ausgeprägten Entzündung der Maulhöhle oder einer überschießenden Immunreaktion. Allerdings unterdrückt Kortison gleichzeitig das Immunsystem. Gerade bei einer FIV-positiven Katze muss deshalb immer sorgfältig abgewogen werden, ob der Nutzen die möglichen Risiken überwiegt. Besonders wichtig ist, dass vor einer Kortisongabe möglichst geklärt wird, ob eine Infektion vorliegt. Bei bakteriellen, viralen oder Pilzinfektionen kann Kortison problematisch sein, da es die Immunabwehr zusätzlich schwächt und sich eine Infektion dadurch verschlimmern kann. Deshalb sollte die Ursache der Beschwerden immer möglichst genau abgeklärt werden und gegebenenfalls zunächst eine gezielte Behandlung der Infektion erfolgen. Ein Depotkortison würde ich zudem nicht als Standardtherapie ansehen. Depotpräparate wirken über einen längeren Zeitraum und lassen sich nach der Injektion nicht mehr anpassen oder absetzen, falls Nebenwirkungen auftreten oder sich die Situation verändert. Deshalb bevorzugen viele Tierärztinnen und Tierärzte – wenn Kortison überhaupt notwendig ist – eher kurz wirksame Präparate, deren Dosierung sich besser steuern lässt. Entscheidend ist daher nicht die FIV-Erkrankung allein, sondern die konkrete Ursache der aktuellen Beschwerden. Erst wenn diese bekannt ist, lässt sich beurteilen, ob Kortison sinnvoll, unnötig oder sogar kontraindiziert ist. Ich wünsche Ihrer Katze alles Gute. Viele Grüße Janina Rohde
Antwort von Tierärztin Janina Rohde Hallo Herr H. so pauschal lässt sich das leider nicht beantworten. Zunächst wäre wichtig zu wissen, was genau Sie mit einem „Schub“ meinen. Das Feline Immundefizienzvirus (FIV, umgangssprachlich oft als „Katzenaids“ bezeichnet) verursacht selbst keine typischen Schübe wie beispielsweise manche Autoimmunerkrankungen. Vielmehr kommt es durch die geschwächte Immunabwehr häufiger zu Folgeerkrankungen wie Entzündungen im Maul, Hautproblemen oder Infektionen. Kortison kann in bestimmten Situationen durchaus sinnvoll sein, beispielsweise bei einer ausgeprägten Entzündung der Maulhöhle oder einer überschießenden Immunreaktion. Allerdings unterdrückt Kortison gleichzeitig das Immunsystem. Gerade bei einer FIV-positiven Katze muss deshalb immer sorgfältig abgewogen werden, ob der Nutzen die möglichen Risiken überwiegt. Besonders wichtig ist, dass vor einer Kortisongabe möglichst geklärt wird, ob eine Infektion vorliegt. Bei bakteriellen, viralen oder Pilzinfektionen kann Kortison problematisch sein, da es die Immunabwehr zusätzlich schwächt und sich eine Infektion dadurch verschlimmern kann. Deshalb sollte die Ursache der Beschwerden immer möglichst genau abgeklärt werden und gegebenenfalls zunächst eine gezielte Behandlung der Infektion erfolgen. Ein Depotkortison würde ich zudem nicht als Standardtherapie ansehen. Depotpräparate wirken über einen längeren Zeitraum und lassen sich nach der Injektion nicht mehr anpassen oder absetzen, falls Nebenwirkungen auftreten oder sich die Situation verändert. Deshalb bevorzugen viele Tierärztinnen und Tierärzte – wenn Kortison überhaupt notwendig ist – eher kurz wirksame Präparate, deren Dosierung sich besser steuern lässt. Entscheidend ist daher nicht die FIV-Erkrankung allein, sondern die konkrete Ursache der aktuellen Beschwerden. Erst wenn diese bekannt ist, lässt sich beurteilen, ob Kortison sinnvoll, unnötig oder sogar kontraindiziert ist. Ich wünsche Ihrer Katze alles Gute. Viele Grüße Janina Rohde