Hallo, wir mussten unseren fast 19 Jahre alten Kater Felix am 29.07. einschläfern lassen. Für uns kam das alles total überraschend, da wir dachten, dass er nur einen Virus oder Ähnliches hatte. Jetzt im Nachhinein stellen wir uns aber die Frage, ob er nicht vielleicht sogar schon in einem natürlichen Sterbeprozess war. Am 23.07. hat er seine Solensia Spritze gegen seine Arthrose bekommen. Auf die Spritze hat er meist paar Tage später mit einmaligem Erbrechen reagiert, jedoch hat sie so gut geholfen, dass wir die Nebenwirkungen in Kauf genommen haben. Auch dieses Mal, paar Tage später am 26.07., hat er erbrochen und nicht viel gefressen. Jedoch wurde sein Appetit von Tag zu Tag schlechter und am Dienstag, 28.07., hat er gar nichts mehr gefressen. Er konnte auch nicht schlafen (hat alle paar Minuten den Schlafplatz gewechselt) und wollte nicht berührt werden. Er wirkte auch apathisch, weshalb wir direkt in der Früh am 29.07. in die Klinik gefahren sind. Dort wurde dann ein aufgegaster Magen & Darm festgestellt. Er bekam dann noch ein Mittel, das das Gas entfernen sollte, und eine Infusion für den Stoffwechsel. Was genau zum Aufgasen geführt hat, wissen wir bis heute nicht, da das Mittel kaum gewirkt hat. Bei einem Ultraschall konnten sie jedoch feststellen, dass die Milz schon sehr, sehr stark durch ein Lymphom verändert war. Sie vermuten, dass auch der Darm sowie die Nase befallen waren und rieten uns angesichts seines Alters, der Diagnose und der Tatsache, dass er Schmerzen hatte, zum Einschläfern. Natürlich drehen sich die Gedanken nach fast 19 Jahren dann im Kreis und man recherchiert jedes kleinste Detail. Irgendwann sind wir dann auf Artikel zum natürlichen Sterbeprozess gestoßen und finden, dass eventuell einiges zutreffen könnte? Felix war eigentlich immer eine sehr kontaktfreudige Katze. Er hat mehrmals am Tag kuscheln wollen und hat die Nächte bei uns im Bett verbracht. Auch bei Schmerzen oder wenn er Angst hatte, hat er immer unsere Nähe gesucht. Die letzten Monate hat er sich aber immer weiter zurückgezogen. Aus mehrmals am Tag kuscheln wurde (wenn überhaupt) nur noch einmal kurz am Tag. Er hat auch nur noch draußen geschlafen statt in unseren Betten/im Haus. Er kam eigentlich nur noch zum Fressen herein. Auch hat er das Interesse am Spielen sowie seinen Baldriankissen komplett verloren. Mit seinem Futter wurde er auch immer wählerischer. Sein Gangbild wurde auch immer unrunder und tollpatschiger (was wir auf die Arthrose geschoben haben). Er ging auch seltener auf sein Katzenklo bzw. traf er es nicht immer, machte also daneben. Am Dienstag fiel mir auch noch auf, dass er sich kühl anfühlte (was beim Tierarzt auch mit Untertemperatur bestätigt wurde). Paar Wochen vor dem Ganzen haben wir auch noch überlegt, ob sein Trinkverhalten weniger wurde. Er hatte zudem noch weitere chronische Krankheiten. Er hatte chronischen Katzenschnupfen, zu hohen Blutdruck, wahrscheinlich etwas mit dem Herzen und eben die Arthrose, was alles mit Medikamenten behandelt wurde. Jetzt die Frage: War sein Rückzug von uns und seine anderen Veränderungen alles schon Anzeichen für einen bevorstehenden natürlichen Tod? Haben wir ihn mit dem Einschläfern sozusagen nicht nur ein eventuelles Leid vom Krebs erspart, sondern haben vielleicht sowieso nur das kurz bevorstehende für ihn leichter gemacht? Vor allem im Anbetracht der aktuellen Hitzewelle, seines Unwohlseins sowie der Tatsache, dass er nicht mehr gegessen hat und dehydriert war. War das Einschläfern die richtige Entscheidung? Und glauben Sie, dass es vielleicht sowieso schon an der Zeit war, da der natürliche Sterbeprozess schon angefangen hat? Vielen Dank