zurück zur Übersicht Bauchspeicheldrüse 24.08.2026 von Christina P. Mein Kater hat seit 3 Jahren immer komische Anfälle Vorweg er bekommt immer das gleiche Futter das er auch gut verträgt, nichts außer der Reihe. Futter ist nicht kalt und steht auch nicht lange (immer frisch) Von jetzt auf gleich, ohne irgendwelche Anzeichen erbricht er , mehrmals viel bis alles aus dem Magen raus ist, geht oft ganze Nacht. Dann mag der sonst so verfressene Kater nicht mehr fressen, ihm ist übel er verkriecht sich. Dann kommt meist einmalig Durchfall wässrig. Wir gehen Tierarzt und sie bekommt ein Maropitant Spritze und danach frisst sie wieder und ist wieder völlig normal. Bauch ist immer weich kein Fieber, Blutbild in Ordnung und Kotprofil auch unauffällig. spec Fpli Bauchspeicheldrüse ist nicht auffällig. Nimmt auch nicht signifikant ab. Tierarzt könnte weitere Diagnostik machen aber da er sich überhaupt nicht mehr behandeln lässt (wird aggressiv) bräuchte er Sedierung/Narkose. Die Anfälle sind 2-3 x Pro jahr bisher Als Mensch würd ich sagen Magen-darm Virus oder was falsches gegessen, kommt aber bei Wohnungskatze so häufig nicht in Frage. Kann das dann trotzdem die Bauchspeicheldrüse sein, wenn das minimal kippt dass so ein Schub ausgelöst wird und man das dann nicht im Blutbild sieht? Könnte man da versuchsweise etwas symptomatisch behandeln? Müsste dann logischerweise über einen längeren Zeitraum sein da die Anfälle ja manchmal 3-4 Monate nicht sind Antwort von Tierärztin Janina Rohde Hallo Frau P. Ja, grundsätzlich kann auch eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse episodisch verlaufen. Ein unauffälliger Spec fPL macht eine klinisch relevante Pankreatitis weniger wahrscheinlich, schließt sie aber nicht mit absoluter Sicherheit aus. Gerade zwischen zwei Schüben können Untersuchungen unauffällig sein. Allerdings sind die beschriebenen Episoden nicht spezifisch für eine Pankreatitis. Bei seit drei Jahren wiederkehrendem, heftigem Erbrechen mit Übelkeit und anschließendem Durchfall kommen auch andere gastrointestinale Erkrankungen infrage, beispielsweise chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, Futtermittelreaktionen oder andere Erkrankungen von Magen, Darm, Leber beziehungsweise Gallenwegen. Bei Katzen können zudem Erkrankungen von Darm, Bauchspeicheldrüse und Gallengängen gleichzeitig auftreten. Da die Episoden nur zwei- bis dreimal jährlich auftreten, wäre eine monatelange symptomatische Behandlung auf Verdacht nicht unbedingt der beste Weg. Sinnvoller wäre nach Möglichkeit eine weiterführende Abklärung, insbesondere ein guter abdominaler Ultraschall während oder möglichst zeitnah nach einem solchen Schub. Je nach bisheriger Diagnostik können außerdem Blutuntersuchungen einschließlich Cobalamin/Folat und gegebenenfalls weitere gastrointestinale Untersuchungen sinnvoll sein. Wenn der Kater Untersuchungen nur unter erheblichem Stress zulässt, kann mit den behandelnden Tierärzt:innen eine angstlösende Prämedikation für den Termin besprochen werden, beispielsweise mit Gabapentin oder Pregabalin. Damit lassen sich bei vielen Katzen Blutentnahme und Ultraschall deutlich stressärmer durchführen, teilweise ohne dass eine Narkose erforderlich ist. Für einen akuten Schub ist eine symptomatische Behandlung von Übelkeit, Flüssigkeitsverlust und gegebenenfalls Schmerzen durchaus sinnvoll. Wiederholtes starkes Erbrechen über viele Stunden sollte jedoch jedes Mal tierärztlich beurteilt werden, da auch bei einem bekannten wiederkehrenden Muster ein akuter Fremdkörper oder eine andere behandlungsbedürftige Ursache auftreten kann. Viele Grüße Janina Rohde
Antwort von Tierärztin Janina Rohde Hallo Frau P. Ja, grundsätzlich kann auch eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse episodisch verlaufen. Ein unauffälliger Spec fPL macht eine klinisch relevante Pankreatitis weniger wahrscheinlich, schließt sie aber nicht mit absoluter Sicherheit aus. Gerade zwischen zwei Schüben können Untersuchungen unauffällig sein. Allerdings sind die beschriebenen Episoden nicht spezifisch für eine Pankreatitis. Bei seit drei Jahren wiederkehrendem, heftigem Erbrechen mit Übelkeit und anschließendem Durchfall kommen auch andere gastrointestinale Erkrankungen infrage, beispielsweise chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, Futtermittelreaktionen oder andere Erkrankungen von Magen, Darm, Leber beziehungsweise Gallenwegen. Bei Katzen können zudem Erkrankungen von Darm, Bauchspeicheldrüse und Gallengängen gleichzeitig auftreten. Da die Episoden nur zwei- bis dreimal jährlich auftreten, wäre eine monatelange symptomatische Behandlung auf Verdacht nicht unbedingt der beste Weg. Sinnvoller wäre nach Möglichkeit eine weiterführende Abklärung, insbesondere ein guter abdominaler Ultraschall während oder möglichst zeitnah nach einem solchen Schub. Je nach bisheriger Diagnostik können außerdem Blutuntersuchungen einschließlich Cobalamin/Folat und gegebenenfalls weitere gastrointestinale Untersuchungen sinnvoll sein. Wenn der Kater Untersuchungen nur unter erheblichem Stress zulässt, kann mit den behandelnden Tierärzt:innen eine angstlösende Prämedikation für den Termin besprochen werden, beispielsweise mit Gabapentin oder Pregabalin. Damit lassen sich bei vielen Katzen Blutentnahme und Ultraschall deutlich stressärmer durchführen, teilweise ohne dass eine Narkose erforderlich ist. Für einen akuten Schub ist eine symptomatische Behandlung von Übelkeit, Flüssigkeitsverlust und gegebenenfalls Schmerzen durchaus sinnvoll. Wiederholtes starkes Erbrechen über viele Stunden sollte jedoch jedes Mal tierärztlich beurteilt werden, da auch bei einem bekannten wiederkehrenden Muster ein akuter Fremdkörper oder eine andere behandlungsbedürftige Ursache auftreten kann. Viele Grüße Janina Rohde