zurück zur Übersicht Katze Tablette geben 15.09.2026 von Tina U. Mein Katze bekommt wegen Herpes für Immunsystem eine Tablette 2x täglich. Seitdem kein Schub mehr, alles gut. Nun habe ich gelesen, dass Stress nicht gut ist für Herpes. Sie mag das Tabletten geben nicht, reißt aus, aber toleriert es dann doch und geht schon sechs Monate so. Dann ist das ok vom Stress her für sie, oder? Sonst wäre ja schon ein Schub ausgebrochen wegen Stress oder? Antwort von Tierärztin Janina Rohde Hallo Frau U. Grundsätzlich ja: Stress kann bei Katzen mit felinem Herpesvirus eine Reaktivierung begünstigen. Das bedeutet aber nicht, dass jeder kurze Stressmoment automatisch einen Herpesschub auslöst. Wie stark eine einzelne Katze darauf reagiert, ist sehr individuell. Das Virus verbleibt nach einer Infektion lebenslang latent im Körper und kann unter anderem durch stärkere oder länger anhaltende Stresssituationen reaktiviert werden. Wenn Ihre Katze die Tablettengabe zwar eindeutig nicht toll findet und zunächst ausweicht, sich die Tablette dann aber geben lässt, anschließend schnell wieder normal ist und dieses Vorgehen seit sechs Monaten funktioniert, würde ich allein deshalb die notwendige Behandlung nicht infrage stellen. Dass in dieser Zeit kein erneuter Schub aufgetreten ist, ist auf jeden Fall erfreulich. Es beweist allerdings nicht, dass die Tablettengabe für sie gar keinen Stress bedeutet. Stress führt eben nicht zwangsläufig zu einer Reaktivierung des Virus. Ich würde eher darauf schauen, wie Ihre Katze sich rund um die Medikamentengabe insgesamt verhält. Wenn sie Ihnen nicht zunehmend aus dem Weg geht, sich nicht über längere Zeit versteckt, schlechter frisst oder schon lange vor der Tablettengabe deutlich angespannt reagiert, scheint sie mit diesem kurzen unangenehmen Moment insgesamt recht gut zurechtzukommen. Dann würde ich mir wegen des Herpesvirus nicht zusätzlich Sorgen machen. Wichtig wäre mir allerdings noch, was genau Sie zweimal täglich als „Tablette fürs Immunsystem“ geben. Nicht alle Präparate, die bei Herpesinfektionen empfohlen werden, sind tatsächlich wissenschaftlich sinnvoll. Beispielsweise wird L-Lysin nach der heutigen Datenlage zur Behandlung oder Vorbeugung von FHV-Schüben nicht empfohlen. Viele Grüße Janina Rohde
Antwort von Tierärztin Janina Rohde Hallo Frau U. Grundsätzlich ja: Stress kann bei Katzen mit felinem Herpesvirus eine Reaktivierung begünstigen. Das bedeutet aber nicht, dass jeder kurze Stressmoment automatisch einen Herpesschub auslöst. Wie stark eine einzelne Katze darauf reagiert, ist sehr individuell. Das Virus verbleibt nach einer Infektion lebenslang latent im Körper und kann unter anderem durch stärkere oder länger anhaltende Stresssituationen reaktiviert werden. Wenn Ihre Katze die Tablettengabe zwar eindeutig nicht toll findet und zunächst ausweicht, sich die Tablette dann aber geben lässt, anschließend schnell wieder normal ist und dieses Vorgehen seit sechs Monaten funktioniert, würde ich allein deshalb die notwendige Behandlung nicht infrage stellen. Dass in dieser Zeit kein erneuter Schub aufgetreten ist, ist auf jeden Fall erfreulich. Es beweist allerdings nicht, dass die Tablettengabe für sie gar keinen Stress bedeutet. Stress führt eben nicht zwangsläufig zu einer Reaktivierung des Virus. Ich würde eher darauf schauen, wie Ihre Katze sich rund um die Medikamentengabe insgesamt verhält. Wenn sie Ihnen nicht zunehmend aus dem Weg geht, sich nicht über längere Zeit versteckt, schlechter frisst oder schon lange vor der Tablettengabe deutlich angespannt reagiert, scheint sie mit diesem kurzen unangenehmen Moment insgesamt recht gut zurechtzukommen. Dann würde ich mir wegen des Herpesvirus nicht zusätzlich Sorgen machen. Wichtig wäre mir allerdings noch, was genau Sie zweimal täglich als „Tablette fürs Immunsystem“ geben. Nicht alle Präparate, die bei Herpesinfektionen empfohlen werden, sind tatsächlich wissenschaftlich sinnvoll. Beispielsweise wird L-Lysin nach der heutigen Datenlage zur Behandlung oder Vorbeugung von FHV-Schüben nicht empfohlen. Viele Grüße Janina Rohde