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Schmerzen? Magen-Darm-Beschwerden?

von Yesim T.

Meine Katze (3 Jahre alt) wird seit Anfang Juni immer wieder (müsste so ein Mal pro Monat gewesen sein) mit Metacam und Antibiotika behandelt. Bisher wurden nur die Symptome behandelt, keine Ursachen betrachtet. Seit Juni hat sie immer wieder wunde Augenlider, z.T. Stark gerötet und dick. Letzte Woche dann sogar blutig. Erst dachten wir, dass sie sich irgendwo aufkratzt, haben dann alles daheim abgesucht. Sie geht zwar wirklich überall hin mit dem Gesicht und streift an Griffen, am Karton und co, aber sie putzt sich auch mehrfach mit den Pfoten über die Augen. Evtl. Juckreiz? Hinzukommt, dass unser Kater sie auch ständig im Gesicht leckt. Nun nimmt sie seit Sonntagabend Metacam, bekam am Dienstag und Mittwoch jeweils eine Antibiotika- und Cortison-Spritze und seit Donnerstag 2x täglich Antibiotikum in Tablettenform. Damit die Wunde heilen kann, hat sie eine Halskrause. Daneben säubern wir die Augenlider drei mal täglich und cremen sie mit Ophtocycline ein. Seit Dienstagabend zittert sie während und nach dem Fressen (vom Nassfutter?) am Körper. Nach dem fressen nimmt sie eine Duckhaltung ein, der Kopf ist gesenkt und die Augen zugekniffen, dies geht ca 8min. Währenddessen zittert sie z.T. stark am ganzen Körper. Allgemein wirkt sie seit der Krankheit sehr schlapp und schläft viel. Trinken tut sie soweit auch nicht, lediglich gestern ging sie von sich aus zum Trinkbrunnen und trank ein wenig. Im Anschluss nahm sie wieder die Duckhaltung an und leckte sich immer wieder über die Lippen als sei ihr schlecht. Wir geben ihr immer wieder 2,5-5ml Wasser per Spritze ins Maul und rühren auch immer warmes Wasser ins warme Nassfutter oder Filet ein. Heute konnte ich kein Zittern beobachten als sie Thunfischfilet oder ihre Leckerlies aß. Oder so wenig ausgeprägt, dass es nicht sichtbar für mich war? Könnte es am Nassfutter liegen? Oder am Metacam und ggf. an der Kombi mit dem Antibiotika? Sie musste ja immer wieder beide Medikamente nehmen. Der Stuhlgang sieht dunkler aus und ist relativ hart und trocken. Soweit beobachtbar hat sie ein Mal am Tag Stuhlgang. Meine Katzen bekommen seit 2024 Monoproteine (Fisch). Die o.b. Katze hatte als Kitten nämlich Unverträglichkeiten gegen Rind und Huhn, hatte einen aufgeblähten Bauch und stinkende Winde. Nass- und Trockenfutter ist von Wildes Land und zuvor von vet concept. Von vet Concept bekommen die Katzen ab und an noch Kaninchen unter das Forellen-Lachs-Futter gemischt. Ich bin so verunsichert und es macht mich traurig sie leiden zu sehen, ihr aber nicht helfen zu können. Ich danke vielmals von ganzem Herzen für Ihre Hilfe und Antwort.

Tierärztin Janina Rohde

Antwort von Tierärztin Janina Rohde

Hallo Frau T. 

Das würde ich tatsächlich nicht mehr als reine Augenproblematik betrachten. Die Kombination aus wiederkehrend entzündeten bzw. wunden Augenlidern, möglichem Juckreiz und jetzt deutlicher Allgemeinsymptomatik mit Mattigkeit, Zittern, geduckter Haltung nach dem Fressen, zusammengekniffenen Augen, Lippenlecken sowie wenig Flüssigkeitsaufnahme sollte zeitnah noch einmal gründlich tierärztlich abgeklärt werden. Gerade die Körperhaltung nach dem Fressen und das Lippenlecken können bei Katzen Hinweise auf Übelkeit oder Schmerzen sein. Metacam kann den Magen-Darm-Trakt belasten, insbesondere wenn eine Katze wenig frisst oder zu wenig Flüssigkeit aufnimmt. Auch Antibiotika können Übelkeit und gastrointestinale Beschwerden verursachen. Dunkler Kot sollte ebenfalls angesprochen werden: Ist er wirklich schwarz und teerartig, muss eine Blutung im oberen Magen-Darm-Trakt ausgeschlossen werden. Metacam und Cortison sollten zudem grundsätzlich nicht gleichzeitig bzw. ohne ausreichenden zeitlichen Abstand eingesetzt werden, da sich das Risiko gastrointestinaler Nebenwirkungen erhöhen kann. Deshalb würde ich hier unbedingt klären, welches Cortison gespritzt wurde und wann genau Metacam gegeben wurde. Dass das Zittern beim Thunfisch nicht oder kaum auftritt, würde mich zunächst nicht an eine Unverträglichkeit des normalen Nassfutters als Hauptursache denken lassen. Dafür sind die aktuellen Symptome zu unspezifisch und der zeitliche Zusammenhang mit Erkrankung und Medikation zu auffällig. Ich würde Ihre Katze deshalb möglichst kurzfristig erneut vorstellen und neben einer vollständigen klinischen Untersuchung mindestens Blutbild und Organwerte einschließlich Nieren- und Leberwerten sowie Elektrolyten kontrollieren lassen. Je nach Befund kann auch eine weiterführende Abklärung des Magen-Darm-Traktes sinnvoll sein. Bitte zeigen Sie der Tierärztin oder dem Tierarzt möglichst auch ein Video von der Haltung und dem Zittern nach dem Fressen. Und auch die immer wiederkehrenden Veränderungen der Augenlider verdienen eine Ursachenabklärung, statt wiederholt nur antibiotisch behandelt zu werden. Hier kommen unter anderem entzündliche oder allergische Hauterkrankungen, Infektionen und durch Juckreiz verursachte Selbsttraumatisierung infrage. Bei wiederholtem Auftreten wäre eine gezielte ophthalmologische und gegebenenfalls dermatologische Abklärung sinnvoll. Bei deutlicher Verschlechterung, Futterverweigerung, Erbrechen, schwarzem teerartigem Kot, zunehmender Schwäche oder anhaltend starken Schmerzen würde ich nicht abwarten, sondern Ihre Katze noch am selben Tag tierärztlich bzw. im Notdienst vorstellen. 

Viele Grüße
Janina Rohde

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