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Alternative zu Tramatab für Freigänger

von Kristina M.

Hallo zusammen, mein 17-18 Jahre alter Kater Moppel hat Flüssigkeit im Bauchraum und Raumforderung im Bereich der Milz (auf Röntgen und im Ultraschall festgestellt). Ich möchte keine weiteren Untersuchungen bis auf ein aktuelles Blutbild, sondern nur eine Schmerztherapie. Moppel ist schon immer Freigänger und reagiert nicht gut darauf, wenn er eingesperrt ist. Er bekommt Metacam und mein Tierarzt hat uns als weiteres Schmerzmittel Tramatab gegeben. Unter Tramatab darf er allerdings nicht frei nach draußen - und ich befürchte, damit würde ich ihm Lebensqualität nehmen. Er soll die Zeit, die er noch hat, so sehr genießen, wie es nur geht. Darum meine Frage: gibt es eine Alternative zu Tramatab, wenn Metacam als Schmerzmittel nicht reicht, mit der er trotzdem weiterhin rausgehen kann, so wie er möchte? Es soll ihm einfach so gut wie nur möglich gehen - keine Schmerzen, mit Appetit essen, rausgehen Tag und Nacht und mit mir kuscheln. Es wäre schön, wenn Sie eine Idee hätten - gerne kann ich Ihnen weitere Informationen geben. Vielen Dank im Voraus. Viele Grüße 

Tierärztin Janina Rohde

Antwort von Tierärztin Janina Rohde

Hallo Frau M.

Ich kann Ihren Wunsch sehr gut nachvollziehen, Moppel die verbleibende Zeit so angenehm und selbstbestimmt wie möglich zu machen. Ohne die aktuellen Blutwerte und den genauen Befund zu kennen, kann ich allerdings keine konkrete Medikamentenempfehlung geben. Bei einer so deutlichen Veränderung mit Flüssigkeit im Bauchraum und einer Raumforderung im Bereich der Milz würde ich auch den Freigang selbst noch einmal kritisch betrachten. Unabhängig von den Medikamenten besteht leider die Möglichkeit, dass sich Moppels Zustand plötzlich verschlechtert und er dann draußen nicht rechtzeitig gefunden wird oder Hilfe bekommen kann. Bei stärkeren Schmerzmitteln kommt hinzu, dass sie in unterschiedlichem Ausmaß Wahrnehmung, Reaktionsfähigkeit oder Koordination beeinflussen können. Deshalb gibt es leider nicht das eine starke Schmerzmittel, bei dem man sicher sagen kann: Damit kann ein alter und schwer erkrankter Kater völlig bedenkenlos weiterhin unbeaufsichtigt draußen unterwegs sein. Wenn tatsächlich ausschließlich palliativ behandelt werden soll, könnte mit dem behandelnden Tierarzt auch besprochen werden, ob zu einem späteren Zeitpunkt ein Kortisonpräparat sinnvoll ist. Kortison kann bei bestimmten Erkrankungen entzündungshemmend wirken, Beschwerden lindern und teilweise auch den Appetit verbessern. Wichtig ist aber: Kortison sollte nicht einfach parallel zu Metacam bzw. einem anderen NSAID gegeben werden, da dadurch insbesondere das Risiko für Magen-Darm-Nebenwirkungen deutlich steigen kann. Ein Wechsel muss deshalb tierärztlich geplant werden. Ich würde gemeinsam mit Ihrem Tierarzt einen möglichst einfachen palliativen Plan erstellen, bei dem Moppels Lebensqualität im Mittelpunkt steht: frisst er gerne, sucht er Kontakt, bewegt er sich freiwillig, kann er seine gewohnten Dinge tun und wirkt er entspannt und möglichst schmerzfrei? Gleichzeitig würde ich vorher festlegen, was Sie tun möchten, wenn sich sein Zustand plötzlich verändert. Gerade bei einem Freigänger gibt Ihnen ein solcher Plan etwas mehr Sicherheit für die kommende Zeit.

Viele Grüße
Janina Rohde

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