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Urinkristalle

von Alexandra H.

Meine Katze 11 Jahre alt hat immer mal in prophyl. Kontrollen Struvit hat aber seit 2 Jahren keinerlei Beschwerden. Dann säuern wir immer mal an und dann ist alles ok dann lass ich Ansäuerung weg dann ist wieder Struvit nachweisbar . Ihr PH Wert ist generell etwas höher bei 7,5 ca (natürlcih wohl schwankend) . Nun war die prophylaktische Kontrolle und es war im Mikroskop Struvit (mittel) nachweisbar. Die Katze hat aber keinerlei Beschwerden. Ich soll ansäuern mit Guardacid Tabletten für 6-8 Wochen, danach erneute Kontrolle. Nun habe ich m da die Katze keinerlei Beschwerden hat nochmal beim anderen Tierarzt am Ort eine Urinprobe abgegeben auch morgens frisch innerhalb 15 Minuten beim Tierarzt eintreffend wie die erste Probe. Der Tierarzt arbeitet mit Idexx Sedivet (Maschine). Hier war keinerlei Struvit nahweisbar nur 2 Tage später Kann das nun von dem 2 Tage ansäuern verschwunden sein oder was nun? Was stimmt jetzt? Soll man dennoch ansäuern für 6-8 Wochen oder nicht? Man kann ja nicht nochmal testen bzw täglich testen lassen das kostet immer 40 Euro. Gibt es Katzen die mit hohem PH Wert und Struvit klar kommen ohne Beschwerden zu bekommen und man macht einfach nichts und testet auch nicht mehr solang keine Symptomatik vorhanden ist Denn Ansäuern und in Oxalat fallen möchten wir auch nicht

Tierärztin Janina Rohde

Antwort von Tierärztin Janina Rohde

Hallo Frau H.

Das ist tatsächlich eine Situation, in der zwei unterschiedliche Urinbefunde durchaus möglich sind, ohne dass einer davon zwingend „falsch“ sein muss. Struvitkristalle können abhängig von Urin-pH, Konzentration, Fütterung, Zeitpunkt der Probengewinnung und auch der Verarbeitung der Probe schwankend auftreten. Auch die Untersuchungsmethode, manuelle Mikroskopie oder automatisierte Sedimentanalyse, kann zu unterschiedlichen Ergebnissen führen. Dass nach nur zwei Tagen Ansäuerung bereits weniger oder keine Kristalle nachweisbar sind, ist grundsätzlich möglich. Aus diesen beiden Einzelbefunden lässt sich aber nicht sicher ableiten, ob die Kristalle tatsächlich vollständig verschwunden sind oder die zweite Probe schlicht keine enthielt. Wichtig finde ich bei Ihrer Beschreibung einen anderen Punkt: Struvitkristalle im Urin sind nicht automatisch gleichbedeutend mit einer behandlungsbedürftigen Erkrankung. Bei einer seit zwei Jahren vollkommen beschwerdefreien Katze würde ich deshalb nicht allein aufgrund eines einzelnen mikroskopischen Kristallbefundes dauerhaft oder immer wieder „auf Verdacht“ ansäuern. Entscheidend sind das Gesamtbild, der Urin-pH, das spezifische Gewicht, das Sediment und insbesondere die Frage, ob Hinweise auf Blasenentzündung, Harngrieß oder Steine bestehen. Ein pH-Wert um 7,5 begünstigt zwar die Bildung von Struvit, ein einzelner pH-Wert ist bei Katzen aber ebenfalls nur eine Momentaufnahme und unterliegt unter anderem deutlichen Schwankungen rund um die Fütterung. Ihre Sorge vor einer zu starken Ansäuerung ist berechtigt. Ziel sollte nicht sein, den Urin möglichst sauer zu bekommen. Eine unnötige oder übermäßige Ansäuerung kann andere Kristallarten, insbesondere Calciumoxalat, begünstigen. Ich würde deshalb mit Ihrer Tierärztin oder Ihrem Tierarzt besprechen, ob bei einer klinisch völlig unauffälligen Katze wirklich eine sechswöchige Ansäuerung notwendig ist oder ob zunächst eine standardisierte Kontrolluntersuchung sinnvoller ist. Dabei möglichst eine frische Probe untersuchen und neben den Kristallen auch pH und spezifisches Gewicht beurteilen. Falls tatsächlich immer wieder größere Mengen Struvit auftreten, wäre gegebenenfalls auch ein Ultraschall der Blase sinnvoll, um Sediment oder Steine auszuschließen. 

Viele Grüße
Janina Rohde

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