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HCM, Asthma unklare Diagnose

von Claudia F.

Hallo, vor einem halben Jahr ist unsere Katze (weiblich, kastriert, 9 Jahre) mit akuter Atemnot und hecheln zu unserem Tierarzt gekommen. Nachdem sie mit Sauerstoff stabilisiert werden konnte wurde ein Röntgenaufnahme vom Thorax und ein Herzecho gemacht. Das Herzecho sei unauffällig aber die Lunge voller Wasser. Es wurde mit Kortison und Entwässerung gearbeitet aber nach drei Wochen gab es noch keine Verbesserung der Lunge und es sollte wieder Kortison gespritzt werden. Daraufhin haben wir einen anderen Tierarzt aufgesucht der sich auf die Ursachensuche gemacht hat. Sein Ergebnis war auch Wasser in der Lunge, allerdings durch HCM. Die Katze wird seit dem mit vetmedin, furotab und clopidrogel behandelt. Zuerst wurde ihr Zustand besser. Bis vor drei Wochen wieder die Atemnot einsetzte. Daraufhin hat der Tierarzt zusätzlich semintra verschrieben. Zuerst besserte sich alles wieder wobei das Wasser in der Lunge immer da war. Am Freitag musste sie wieder in der Praxis bleiben wegen Atemnot. Als wir sie abholten atmete sie fast wieder normal und der Tierarzt präsentierte uns einen Allergietest nachdem sie also auf fast alles allergisch reagiert was sie frisst ausser Fisch und Rind. Also Futter umstellen. Am Dienstag morgen gegen 2 Uhr nachts bekam sie wieder schlechter Luft (anderes Futter wurde da bereits seit Samstag gefüttert) und hatte sichtlich Mühe zu atmen. Ich habe sie dann sofort in die Tierklinik gebracht wo sie den ganzen Tag verblieb. Auch hier wurde eine Röntgenaufnahme erstellt in der die Lunge sehr "wolkig" aussah, ihrer Meinung nach aber eher bronchial. Die Tierärztin hat noch ein herzecho gemacht konnte aber durch die Atemnot nicht so lange schallen. Sie sagte mir das sie so keine herzproblematik sehen kann, das aber nichts zu sagen hat. Man müsste das in ruhe machen. Sie fragte ob die Katze hustet, das bejate ich obwohl ich immer dachte das es das typische Fellknaul hochwürgen ist. Sie vermutet aufgrund des Röntgenbildes und der hohen Anzahl weißer blutkörperchen eine Entzündung. Genauer gesagt eine Lungenentzündung und Asthma. Es wurde ein Abstrich gemacht, das Ergebnis steht noch aus. Sie wird jetzt gegen die Entzündung behandelt mit einem Schleimlöser, Asthmaspray, Entzündungshemmer. Cylanic, bosolvon, inflacam, salbutanol. Ihr wurde vor ort Rapidexon und Synulox gespritzt. Die Herz Medikamente sollen bis auf furotab weiter gegeben werden. Mir erschließt sich das alles nicht. Wo kommt das denn alles her? Ich weiß auch nicht ob wir da richtig behandeln. Bis jetzt hat ja jeder was anderes im Verdacht gehabt. Es geht ihr sonst ganz gut. Sie frisst, geht raus, man merkt aber schon das das alles sehr anstrengend ist. Wir haben so angst das sie plötzlich erstickt oder so. Vielleicht haben Sie ja eine Idee. Vielen lieben Dank

Tierärztin Janina Rohde

Antwort von Tierärztin Janina Rohde

Hallo Frau F.

ich kann gut verstehen, dass Sie nach diesen unterschiedlichen Diagnosen sehr verunsichert sind. Tatsächlich können sowohl eine Herzerkrankung als auch Erkrankungen der unteren Atemwege bei Katzen zu erheblicher Atemnot führen. Auch mehrere Erkrankungen gleichzeitig sind möglich. Entscheidend ist deshalb zunächst die Frage, ob tatsächlich ein Lungenödem aufgrund einer Herzerkrankung vorliegt oder ob die Veränderungen im Röntgenbild eher durch eine Erkrankung der Bronchien beziehungsweise des Lungengewebes verursacht werden. Ich würde Ihnen dringend empfehlen, Ihre Katze in einer spezialisierten Tierklinik sowohl kardiologisch als auch internistisch untersuchen zu lassen. Ein vollständiger Herzultraschall durch eine kardiologisch erfahrene Tierärztin oder einen Tierarzt wäre besonders wichtig, um die Diagnose HCM zu überprüfen. Parallel sollten die Röntgenbilder, Blutwerte und die Ergebnisse der Atemwegsuntersuchung beurteilt werden. Ein erhöhter Wert der weißen Blutkörperchen allein beweist übrigens keine bakterielle Lungenentzündung. Auch ein felines Asthma kann entzündliche Veränderungen verursachen. Den Futtermittelallergietest würde ich in diesem Zusammenhang kritisch betrachten. Bluttests sind zur zuverlässigen Diagnose einer Futtermittelallergie bei Katzen nicht geeignet. Eine Futtermittelallergie erklärt auch nicht ohne Weiteres die beschriebenen Lungenveränderungen. Besonders wichtig finde ich, dass die Herzmedikation einschließlich des Entwässerungsmittels anhand einer gesicherten Diagnose überprüft wird. Bitte verändern Sie diese Medikamente nicht eigenständig. Auch die Gabe von Entzündungshemmern sollte bei einer möglicherweise herzkranken Katze sorgfältig abgewogen werden. Solange Ihre Katze wiederholt unter Atemnot leidet, besteht leider durchaus das Risiko einer akuten Verschlechterung. Bei erneuter angestrengter Atmung, Hecheln oder Maulatmung sollten Sie deshalb unmittelbar eine Tierklinik aufsuchen. Bis zur weiteren Abklärung würde ich sie möglichst ruhig halten und auf Freigang verzichten. Die genaue Ursache lässt sich aus der Ferne leider nicht klären, aber eine strukturierte kardiologische und internistische Abklärung ist hier aus meiner Sicht der wichtigste nächste Schritt.

Viele Grüße
Janina Rohde

 

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