Sehr geehrtes Tierärzte-Team, ich bin aufgrund einer Diagnose meiner Katze sehr verunsichert und würde gerne Ihre fachliche Einschätzung dazu einholen. Meine Katze ist fünf Jahre alt, kastriert, wiegt ca. 5,9–6 kg und zeigt bislang keine auffälligen Symptome. Sie frisst normal, ihr Gewicht ist seit längerer Zeit stabil und sie hat keine Probleme beim Wasserlassen. Am 08.10.2026 wurde im Rahmen einer geplanten Zahnreinigung eine Blutuntersuchung durchgeführt. Dabei ergaben sich folgende Werte: Nierenwerte: * Kreatinin: 192,4 µmol/l (Referenz: 60–166) – erhöht * Harnstoff: 9,54 mmol/l (5,5–14,3) – normal * SDMA: 0,57 µmol/l (Referenz: <0,75) – normal * Phosphat: 1,26 mmol/l (1,09–2,06) – normal Elektrolyte: * Natrium: 163 mmol/l (148–160) – erhöht * Chlorid: 124 mmol/l (112–123) – leicht erhöht Leberwerte: * AST (GOT): 77 U/l (Referenz: <47) * ALT (GPT): 153 U/l (Referenz: <102) Mein Tierarzt erklärte, dass bezüglich der Leberwerte aktuell kein Handlungsbedarf bestehe. Er würde erst bei ungefähr doppelt so hohen Werten weitere Maßnahmen ergreifen. Eine regelmäßige Kontrolle sei ausreichend. Aufgrund des erhöhten Kreatininwerts stellte er jedoch bereits die Diagnose chronische Niereninsuffizienz (CNI Stadium 1). Eine Urinuntersuchung, Blutdruckmessung oder Ultraschalluntersuchung der Nieren wurde bisher nicht durchgeführt. Er empfahl, meine Katze zunächst vier bis sechs Wochen ausschließlich mit Vet-Concept Rena Care Iberico zu füttern und anschließend die Blutwerte erneut zu kontrollieren. Meine Katze akzeptiert dieses Futter allerdings nicht. Auf meine Frage nach Alternativen erklärte er, dass andere Nierendiätfutter aus dem Tierfachhandel, beispielsweise von Fressnapf, qualitativ minderwertig beziehungsweise „Schrott“ seien und ich diese gar nicht erst kaufen solle. Er bestand ausdrücklich auf dem Futter von Vet-Concept. Diese Aussage verunsichert mich, da meine Katze das Futter von Vet-Concept nicht annimmt und ich daher eine geeignete Alternative benötige. Ergänzend möchte ich erwähnen, dass meine Katze elf Stunden vor der Blutabnahme weder gefressen noch getrunken hat. Sie trinkt generell kaum selbstständig, bekommt jedoch ausschließlich Nassfutter, dem ich gelegentlich etwas Wasser beimische. Meine Fragen: 1. Ist die Diagnose CNI Stadium 1 anhand eines einmalig erhöhten Kreatininwerts bei normalen SDMA- und Harnstoffwerten bereits gerechtfertigt? 2. Könnte ein Flüssigkeitsdefizit den erhöhten Kreatininwert sowie die erhöhten Natrium- und Chloridwerte erklären? 3. Ist eine therapeutische Nierendiät bereits jetzt notwendig oder sollte zunächst die Diagnose weiter abgeklärt werden? 4. Welche alternativen Nierendiät-Nassfutter würden Sie empfehlen, möglichst ohne Schweinefleisch und Getreide? Wären beispielsweise MAC’s Vetcare, MjAMjAM VetCat Renal oder Animonda Integra Protect Renal geeignet? 5. Wie beurteilen Sie die erhöhten Leberwerte? Ist eine reine Verlaufskontrolle ausreichend? Vielen Dank im Voraus für Ihre Einschätzung. A.A