zurück zur Übersicht Tierarzt Rechnung um 100% teurer als abgemacht war 06.05.2026 von Erol M. Hallo, ich habe vor 3 Wochen eine 15 Jahre alte Katze aufgenommen, da die Oma einer Arbeitskollegin verstorben ist und dringend ein „Forever Home“ benötigt wurde. Wir waren dann über das Wochenende 24.04-27.04 unterwegs und die Kleine wurde von meiner Familie versorgt. Nachdem wir zurückgekommen sind, ist uns aufgefallen, dass ihr rotes/fleischiges aus dem Mund blitzt. Nach Google Recherche bin ich am nächsten Tag direkt zum Tierarzt im nächsten Ort gefahren, da hatte die TIerärztin direkt einen bösartigen Tumor vermutet und die Tierklinik in Germersheim empfohlen. Ich kriegte dort kurzfristig einen Termin für den nächsten Tag und war dort vorstellig. Der Tierarzt wirkte kompetent und freundlich und meinte, wenn er nur den fleischigen Teil gesehen hätte, würde er auch direkt einen Tumor vermuten, aber da sie auch sehr schlechte Zähne auf der Seite hat, meinte er könnte es vielleicht auch eine Entzündung sein. Ich habe daraufhin gesagt, dass wir die Katze natürlich gut behandeln möchten und sie bei uns zu Hause ist. Wir hier aber für die Behandlung eine Schmerzgrenze von 1500 € haben, da die Katze schon 15 Jahre alt ist und uns zwar ans Herz gewachsen ist, aber natürlich alles darüber hinaus vermessen würde. Er meinte, die Behandlung mit Narkose, CT, Zahnsanierung und Abgabe der Probe ins Labor würde mindestens 1500 bis maximal 2000 € kosten. Ich habe dies bestätigt und wurde für den 05.05. ein Termin gegeben. Am Morgen des Termines mussten wir 2000€ anzahlen. Wir haben uns daraufhin erstmal nichts gedacht und das bezahlt. Der Tag der Behandlung grenzt an. Ich Mittags wurde einmal angerufen um den aktuellen Stand zu erfahren (hier hatte mir niemand gesagt, dass es teurer werden wird) und am Abend hatte meine Frau dann die Katze abgeholt und wurde informiert. Am Schalter dann der Schock sollte sie nochmals 1200€ zahlen, also in Summe 3200€. Unter Schock und natürlich keine Szene zu machen hatte sie das bezahlt. Die Rechnung haben wir erhalten und können damit natürlich nicht viel anfangen, weil alles zwar aufgezählt wurde, aber im Tierarzt Fachjargon. Wir möchten natürlich, dass es der Katze gut geht, aber da es vermutlich ein bösartiger Tumor ist, der ihr gegebenfalls noch 1-3 Monate gibt. Sind 3200€ natürlich sehr viel Geld die wir eigentlich dafür geplant hatten... da es wie gesagt eine Katze ist die wir seit 3 Wochen kennen... Gibt es hier die Möglichkeit dagegen vorzugehen um die ursprünglich vereinbarten Kosten zu decken und einzufordern? Foto: © Natascha Kähler Antwort von Rechtsanwältin Gianna Chiappa Zunächst dürfte es sich anbieten, das Gespräch mit der Tierarztpraxis zu suchen und die Thematik offen anzusprechen. Hier können Sie zum einen Informationen erhalten, wie es aus Sicht der Praxis zu der Überschreitung kam. Hintergrund könnten etwa unerwartete Komplikationen gewesen sein, die für die Praxis nicht vorhersehbar waren. Zum anderen können Sie vorfühlen, ob die Praxis aufgrund der zuvor bestehenden Information zur Maximalgrenze freiwillig zur Reduzierung bereit wäre. Bei Zweifeln an der Rechtmäßigkeit einer Rechnung können Sie sich auch an die zuständige Tierärztekammer wenden. Bei offiziellen Streitigkeiten wird hier auch ein Schlichtungsverfahren angeboten.
Foto: © Natascha Kähler Antwort von Rechtsanwältin Gianna Chiappa Zunächst dürfte es sich anbieten, das Gespräch mit der Tierarztpraxis zu suchen und die Thematik offen anzusprechen. Hier können Sie zum einen Informationen erhalten, wie es aus Sicht der Praxis zu der Überschreitung kam. Hintergrund könnten etwa unerwartete Komplikationen gewesen sein, die für die Praxis nicht vorhersehbar waren. Zum anderen können Sie vorfühlen, ob die Praxis aufgrund der zuvor bestehenden Information zur Maximalgrenze freiwillig zur Reduzierung bereit wäre. Bei Zweifeln an der Rechtmäßigkeit einer Rechnung können Sie sich auch an die zuständige Tierärztekammer wenden. Bei offiziellen Streitigkeiten wird hier auch ein Schlichtungsverfahren angeboten.