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Blindenführhund Frodo wird von der Polizei eskortiert

Andrea Eberl erzählt ihre TASSO-Erfolgsgeschichte

Blindenführhund Frodo liegt auf der Wiese. © Andrea Eberl

Letzte Gassirunde am Abend mit dem Blindenführhund an der Erft. Plötzlich biegt der schwarze Labrador ab – nach links oder doch nach rechts? Es ist spät und dunkel, und keine Menschenseele ist da. Ich überquere die beiden Brücken, weil ich Frodo dort vermute, höre seine Glocke aber nicht. Ich drehe wieder um und gehe an die Stelle, wo ich ihn zuletzt gehört habe. Nichts. Ich rufe und pfeife, aber der Hund kommt nicht zurück. Ich rufe, wie immer in solchen Situationen, den TASSO e.V. an und gebe dort eine Vermisstenmeldung auf. 

Im nächsten Schritt überlege ich, wen ich noch anrufen könnte, ohne jemanden zu wecken. Inzwischen ist es etwa 23.00 Uhr, und ich habe ein schlechtes Gewissen. Es ist mir sowieso immer unangenehm, jemanden um Unterstützung bitten zu müssen, besonders aber abends. Schließlich rufe ich zwei junge Menschen aus der Nachbarschaft an, die auch einen Labrador haben. Er heißt Huge. Huge ist mit seinen Menschen gerade bei Christians Eltern zum Essen eingeladen, aber die drei machen sich auf den Weg zu mir an die Erft. Die gesamte Zeit ärgere ich mich darüber, dass die Tractive-App nicht barrierefrei nutzbar ist. Man kann als blinde Person nicht erkennen, wo sich der Hund gerade aufhält. Wenn man aber sehende Menschen trifft, ist die App sehr hilfreich, weil sie sofort bei der Suche helfen können. Ich pfeife und rufe immer noch, weiß aber im Grunde genommen schon längst, dass mein Blindenführhund mich nicht mehr hört und vermutlich ganz woanders ist als ich.

Während meiner Wartezeit kommen plötzlich drei junge Menschen, die ich anspreche, um sie zu fragen, ob sie auf meinem Iphone in der Tractive-App schauen können, wo Frodo sich befindet. Sie bieten mir sofort an, mit mir zu meinem Hund zu gehen.

Wir gehen zu viert los, und der junge mit meinem Iphone in der Hand sagt, dass Frodo sich nicht bewegt und wir ihn gleich haben. Zwischendurch rufen wir Christian und Sabrina an, um sie über die momentane Situation zu informieren. Die beiden sammeln mich ein paar Minuten später ein. Dann fahren wir auf Frodos Standort zu. Christian steigt aus und sieht gerade noch von Weitem, wie die Polizei den Labrador in ein Auto lädt und losfährt. Während er wieder einsteigt, sieht er in der Tractive-App, wohin die Reise mit dem Polizeiauto geht, und unsere Verfolgungsjagd beginnt. Christian ruft die Polizei an, um die Sachlage zu klären. „Ich habe eine Dame im Auto, deren Blindenführhund entlaufen ist. Die Polizei fährt gerade vor uns mit dem Hund. Ich sehe das über eine App“, die Person am anderen Ende lacht. „Dass ich jemals die Polizei verfolgen werde, hätte ich nie gedacht“, sagt Sabrina. Wir sollen zum Parkplatz von McDonalds fahren, dort würde uns der Hund übergeben werden.

Wir, die wir uns noch vor ein paar Minuten um meinen Blindenführhund gesorgt haben, lachen nun über die durchaus skurile Situation, in die er uns gebracht hat. Kurz überlege ich, ob ich den Polizeieinsatz zahlen muss.

Die Polizistin, die uns meinen Blindenführhund übergibt, fragt mich, wie alt er ist. „Sechs Jahre“, antworte ich. „Er wirkt aber noch so verspielt", sagt die freundliche Frau verwundert. „Und er fährt gerne Auto.“ „Was hätten sie gemacht, wenn wir ihnen nicht hinterher gefahren wären?“ frage ich. „Wir waren gerade auf dem Weg zur Feuerwehr“, antwortet sie, „um dort den Chip auszulesen.“

Erleichtert und dankbar über den Ausgang der Geschichte fuhren wir zurück nach Hause.

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