© TASSO e.V. / Angelina Brückner Fotografie
Eschborn, 24. September 2026 – Millionen Katzen in Deutschland leben als Wohnungskatzen. Anders als sogenannte Freigänger haben sie nicht die Möglichkeit, durch Gärten zu streifen, auf Bäume zu klettern und Abenteuer im Freien zu erleben. Gleichzeitig spielen dadurch auch die großen mit dem Freigang verbundenen Gefahren keine Rolle für sie. Dennoch stellt sich oft die Frage, ob eine Wohnungshaltung von Katzen überhaupt artgerecht gestaltet werden kann. Die Tierschutzorganisation TASSO e.V. kommt zu dem Schluss: Eine reine Wohnungshaltung kann den Bedürfnissen einer Katze gerecht werden, stellt jedoch besondere Anforderungen an die Gestaltung ihres Lebensumfelds und damit an die Halterinnen und Halter.
Worauf kommt es an? Unabhängig von der Haltungsform müssen sowohl die körperlichen als auch die verhaltensbezogenen Bedürfnisse einer Katze sichergestellt werden. Dazu gehört es beispielsweise, dass verschiedene Rückzugsorte und Ruheplätze zur Verfügung stehen und Ressourcen ausreichend und gut verteilt sind – also stets verfügbares sauberes Wasser, ausreichend passendes Futter und genügend Katzentoiletten.
Bei Katzen, die nicht nach draußen gehen können, müssen sich die Halterinnen und Halter darüber hinaus aktiv engagieren, um die weiteren Grundbedürfnisse der Katzen zu erfüllen. Auch bei Wohnungskatzen gehört Jagdverhalten zum natürlichen Verhaltensrepertoire. Geeignete Spiel- und Beschäftigungsangebote können ihnen ermöglichen, entsprechende Verhaltenssequenzen auszuleben. Werden diese Angebote gemacht, wirken sie sich auch positiv auf einen weiteren in der Wohnungshaltung besonders wichtigen Aspekt aus: Die positive Interaktion zwischen Mensch und Katze und damit auch auf die Beziehung zur Bezugsperson. „Dass wir für unsere Katzen nur Dosenöffner auf zwei Beinen sind, ist eine Fehlannahme“, stellt Heike Weber, Leiterin Tierschutz bei TASSO, eine weit verbreitete Annahme richtig. „Katzen binden sich sehr eng an ihre Menschen. Wie sich diese Bindung zeigt, ist individuell sehr unterschiedlich, aber diese Beziehung ist entscheidend, damit die Tiere Orientierung und Sicherheit im Alltag finden.“
Auch soziale Bedürfnisse sollten berücksichtigt werden. Es gibt Wohnungskatzen, denen es guttut, mit anderen Katzen zusammenzuleben. Ob eine Katze von der Gesellschaft eines Artgenossen profitiert, hängt unter anderem von ihrer Sozialisation, ihren bisherigen Erfahrungen und der individuellen Passung der Tiere ab. In jedem Fall bleibt es wichtig, dass die Tiere ausreichend Rückzugsmöglichkeiten haben und ihre Menschen sich individuell mit ihren Bedürfnissen beschäftigen.
Die Basis für eine artgerechte Wohnungshaltung liegt also in der Hand der Katzenhalterinnen und -halter. Weber: „Entscheidend ist, dass wir genau hinschauen und bereit sind, unser Zuhause und den Alltag aus der Perspektive der Katzen zu denken. So entsteht ein Lebensraum, in dem sich Katzen wirklich sicher, ausgeglichen und verstanden fühlen.“
Tipps für die Wohnungshaltung von Katzen:
- Bieten Sie Ihrer Katzen ausreichend Nähe und Aufmerksamkeit
- Schaffen Sie Kletter- und Kratzmöglichkeiten, nutzen Sie dabei auch die Wände als Lebensraumerweiterung
- Richten Sie ausreichend Ruhe- und Rückzugsorte für Ihre Katze ein
- Ermöglichen Sie Ihrer Katze, die Welt zu beobachten, zum Beispiel durch einen sicheren Fensterplatz
- Prüfen Sie, ob Sie nicht doch die Möglichkeit haben, Ihrer Katze einen sicheren Zugang nach draußen anzubieten, zum Beispiel durch einen gesicherten Balkon oder Außenbereich
Übrigens: Auch reine Wohnungskatzen sollten mit einem Transponder gekennzeichnet und bei TASSO registriert werden. Sie entlaufen häufiger und schneller, als viele Menschen erwarten. Für Katzen, die den Außenraum nicht kennen, kann die gewohnte Umgebung besonders herausfordernd sein und die selbständige Rückkehr erschweren.
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