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Eine ausgewogene Tierernährung basiert auf der Zufuhr von Makronährstoffen, Mikronährstoffen und Wasser.
Viele Tierhalter:innen beschäftigen sich intensiv mit der Fütterung ihrer Tiere. Eine unauffällige Verdauung ist dabei ein wichtiger Marker, um den Gesundheitszustand richtig einzuschätzen und zu beurteilen, ob die Fütterung passt. Um zu verstehen, welche Ernährung gut funktioniert und welche Nährstoffe wirklich wichtig sind, lohnt es sich, einen Blick in den Magen-Darm-Trakt zu werfen. In diesem Artikel blicken wir auf die Funktionsweise der Verdauung, auf wichtige Nährstoffe und die Unterschiede zwischen Hund und Katze.
Wie erkenne ich, ob mein Tier eine gesunde Verdauung hat?
Zu allererst gibt der Kot deutliche Hinweise darauf, ob die Verdauung gut funktioniert. Farbe, Geruch, Menge, Konsistenz und auch die Häufigkeit des Kotabsatzes hängen direkt mit der Art des Futters und seiner Verwertung zusammen. Der Kot sollte geformt sein, nicht zu hart, zu trocken und nicht zu weich. Weicher Kot kann auf einen zu hohen Anteil an unverdaulichem Eiweiß im Futter hindeuten, aber auch auf Verdauungsprobleme oder ein gestörtes Mikrobiom. Nicht nur der Kot, auch das Körpergewicht, die Haut und das Fell spiegeln wider, wie gut die Verdauung funktioniert. Ein guter Haut- und Fellzustand benötigt eine optimale Versorgung mit Eiweißen, Fettsäuren und Vitaminen. Fehlt es daran, wird die Haut trocken, rissig oder wund und bietet Krankheitserregern eine Angriffsfläche. Das Fell verliert seinen Glanz und seine weiche Struktur.
Wie funktioniert Verdauung?
- Aufnahme, Zerlegung und Verwertung von Nahrung: Die Verdauung beginnt bereits in der Maulhöhle, noch bevor die Nahrung den Magen erreicht. Dort wird das Futter mit den Zähnen zerkleinert und mit Speichel vermischt, der die Nahrung befeuchtet und das Schlucken erleichtert. Über die Speiseröhre gelangt der Brei anschließend in den Magen.
- Magen-Darm-Trakt als Grundlage der Nährstoffversorgung: Im Magen übernimmt die Magensäure gleich zwei Aufgaben: Sie tötet Krankheitserreger ab und bereitet die Nahrung mithilfe von Verdauungsenzymen zur Weiterverwertung auf. Aus dem Magen gelangt der Nahrungsbrei in den Dünndarm, wo er weiter aufgespalten wird und Nährstoffe an den Körper abgegeben werden. Zwei weitere Organe sind dabei wichtig: Die Leber produziert Gallensäure, die vor allem für die Fettverdauung essenziell ist. Die Bauchspeicheldrüse gibt Verdauungsenzyme in den Dünndarm ab, die Proteine, Kohlenhydrate und Fette in ihre kleinsten Bausteine zerlegen. So können sie von den Dünndarmzellen aufgenommen und in die Blutbahn abgegeben werden. Der Dickdarm übernimmt schließlich keine großen Verdauungsaufgaben mehr, sondern entzieht dem Nahrungsbrei Wasser und formt den Kot, der im Enddarm auf die Ausscheidung wartet.
- Einfluss der Nahrung auf das Mikrobiom: Die Darmflora umfasst die Gesamtheit aller Mikroorganismen, die den Darm besiedeln: Bakterien, Pilze, Viren und weitere Kleinstlebewesen. Dieses Mikrobiom ist maßgeblich an der Verdauung beteiligt, produziert kurzkettige Fettsäuren, stärkt die Darmbarriere und trägt wesentlich zur Immunabwehr bei. Verändert sich die Nahrungszusammensetzung, werden Antibiotika verabreicht oder verschiebt sich die Verweildauer des Nahrungsbreis in einzelnen Darmabschnitten, kann das natürliche Gleichgewicht der Keimbesiedlung gestört werden und zum Beispiel Durchfall entstehen.
Die Bausteine der Nahrung: Essenzielle Nährstoffe für Hund und Katze
Tiere benötigen keine bestimmten Zutaten, sie benötigen die richtigen Nährstoffe. Eine ausgewogene Tierernährung basiert auf der Zufuhr von Makronährstoffen, Mikronährstoffen und Wasser. Solange essenzielle Nährstoffe in ausreichender Menge und im richtigen Verhältnis aufgenommen werden, können Tiere sehr unterschiedlich ernährt werden und dennoch gesund bleiben. Nährstoffe liefern Energie, dienen als Baustoffe für Zellen und Gewebe und regulieren wichtige Körperfunktionen. Der individuelle Bedarf variiert je nach Tierart, Alter, Aktivität und Gesundheitszustand.
- Makronährstoffe (Eiweiße – auch als Proteine bezeichnet, Fette, Kohlenhydrate): Proteine, Fette und Kohlenhydrate bilden die Hauptnährstoffe. Tierische Proteine liefern zum Beispiel Muskelfleisch, Innereien sowie Ei- und Milchprodukte; pflanzliche Proteine finden sich in Getreide und Hülsenfrüchten. Alle Proteine bestehen aus Aminosäuren, wobei die essenziellen Aminosäuren eine besondere Bedeutung haben, da der Körper sie nicht selbst herstellen kann. Fette und Öle können tierischen oder pflanzlichen Ursprungs sein. Kohlenhydrate stammen beispielsweise aus Kartoffeln, Reis, Mais oder Getreide und dienen in erster Linie der Energieversorgung.
- Ballaststoffe: Ballaststoffe regen die Darmtätigkeit an und sind wichtig für eine gesunde Darmflora. Außerdem können sie dabei helfen, das Sättigungsgefühl zu erhöhen und somit auch bei der Gewichtskontrolle nützlich sein. Ballaststoffreich sind in Gemüse, Futterzellulose oder Weizenkleie.
- Mikronährstoffe (Vitamine, Mineralstoffe): Mikronährstoffe umfassen Vitamine und Mineralstoffe. Während manche Vitamine über die Nahrung aufgenommen werden müssen, kann der Körper andere teilweise selbst synthetisieren, wobei es hier artspezifische Unterschiede gibt. Ein bekanntes Beispiel: Im Gegensatz zu uns Menschen können Hunde und Katzen Vitamin D3 nicht in ausreichender Menge durch Sonneneinstrahlung über die Haut produzieren, es muss über das Futter zugeführt werden. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen wasserlöslichen Vitaminen (z. B. Vitamin C, B-Vitamine) und fettlöslichen Vitaminen (A, D, E, K).
Wasser: Der oft unterschätzte, aber lebenswichtige Nährstoff
Frisches Wasser sollte Hunden und Katzen jederzeit frei zugänglich sein, unabhängig davon, ob Trocken- oder Nassfutter gefüttert wird. Nassfutter enthält zwar einen hohen Feuchteanteil, ersetzt jedoch kein frei verfügbares Trinkwasser.
Besonders Katzen trinken von Natur aus wenig und sind im Alter häufiger von Nierenerkrankungen betroffen. Da sie als Gelegenheitstrinker gelten, hilft es, mehrere Wassernäpfe an verschiedenen Orten in der Wohnung aufzustellen oder fließendes Wasser in Form von Trinkbrunnen zur Verfügung zu stellen. Wichtig ist, die individuellen Vorlieben des Tieres zu beobachten und zu berücksichtigen. Manche Katzen bevorzugen ein bestimmtes Material als Trinknapf oder einen speziellen Ort. Außerdem hilft eine Trennung von Trink- und Futterstelle dabei, eine Verschmutzung des Trinkwassers zu vermeiden, die viele Katzen gar nicht ausstehen können.
Es lohnt sich, die Wasseraufnahme gelegentlich zu beobachten, denn eine auffällig hohe Trinkmenge kann auf eine Erkrankung hinweisen. Als Faustregel gilt: Hunde sollten täglich etwa 40-80 ml Flüssigkeit / pro Kilogramm Körpergewicht aufnehmen. Bei Katzen gibt es unterschiedliche Anhaltspunkte, denn der Organismus der Katze ist in der Lage, mit sehr wenig Flüssigkeit zurechtzukommen, z. B. indem der Urin sehr stark konzentriert wird. Insgesamt nehmen Katzen täglich rund 100-250 ml Flüssigkeit auf, wobei der Wassergehalt des Futters eine entscheidende Rolle spielt. Bei hohen Temperaturen steigt der Flüssigkeitsbedarf bei beiden Tierarten entsprechend an.
Hund vs. Katze: Die entscheidenden Unterschiede im Stoffwechsel
Hunde und Katzen unterscheiden sich nicht nur in ihrem Fressverhalten, sondern auch in ihrem Nährstoffbedarf und ihrer Verdauungsphysiologie erheblich. Hunde werden als Omnivore (Allesfresser) eingestuft, die sich evolutionär gut an eine gemischte Kost angepasst haben. Katzen hingegen sind obligate Karnivoren (Fleischfresser), deren Stoffwechsel grundlegend auf tierische Nahrung ausgerichtet ist. Mit diesen Unterschieden ergeben sich unterschiedliche Anforderungen und Bedürfnisse bei der Fütterung.
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Hunde
Hunde können Stärke und Kohlenhydrate gut verdauen und sollten nicht vollständig kohlenhydratfrei ernährt werden, da dies mit einem erhöhten Risiko für Herzmuskelerkrankungen diskutiert wird. Neben Kohlenhydraten spielen auch essentielle Fettsäuren eine wichtige Rolle. Das Futter sollte außerdem ausreichend Protein liefern, wobei vor allem die essentiellen (lebenswichtigen) Aminosäuren entscheidend sind, die der Hundekörper nicht selbst herstellen kann. Solange diese Nährstoffe abgedeckt sind, ist auch eine vegetarische oder vegane Ernährung beim Hund grundsätzlich möglich. Der Proteinbedarf würde hier durch pflanzliche Quellen vollständig gedeckt werden. Für Hunde mit einem empfindlichen Magen-Darm-Trakt oder bei Allergien und Unverträglichkeiten kann pflanzliches Futter sogar eine sinnvolle Alternative sein, insbesondere dann, wenn viele tierische Proteinquellen bereits getestet wurden.
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Katzen
Katzen können Stärke und Kohlenhydrate deutlich schlechter verwerten als Hunde und brauchen nur geringe Mengen davon. Ihre Energie beziehen sie primär aus Proteinen und Fetten. Hinzu kommt, dass Katzen bestimmte Fettsäuren nicht selbst bilden können und daher auf deren Zufuhr über die Nahrung angewiesen sind. Auch bei den Aminosäuren bestehen besondere Anforderungen. Katzen haben einen Bedarf an bestimmten Aminosäuren, die vom Katzenkörper nicht selbst hergestellt werden können: Taurin ist essenziell für die Herzgesundheit, Arginin ist unentbehrlich für den Harnstoffzyklus. Beide kommen vor allem in tierischem Protein vor. Eine vegane Ernährung bei Katzen ist daher erheblich anspruchsvoller als beim Hund, erfordert eine sehr sorgfältige Planung und regelmäßige tierärztliche Kontrolle. Zudem fehlt bislang eine ausreichende wissenschaftliche Datenlage zu ausreichender Nährstoffversorgung bei veganem Katzenfutter.