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Trockenfutter, Nassfutter oder BARF – jede Fütterungsform hat ihre Vor- und Nachteile.
Fragen rund um die Fütterung treiben viele Tierhalter:innen um: Welche Fütterungsform ist für mein Tier am besten geeignet? Trocken- oder Nassfutter? Roh oder gekocht? Das Angebot an Futtermitteln, Fütterungsformen und Trends ist so groß, dass man schnell den Überblick verlieren kann.
Dabei gibt es pauschal nicht „die beste“ Fütterungsform. Entscheidend ist vielmehr, ob die Fütterung bedarfsgerecht zum Tier und seinen Bedürfnissen passt und sich für Halter:innen alltagstauglich umsetzen lässt. Dabei ist zunächst weniger wichtig, ob das Futter trocken, nass, roh oder gekocht ist. Denn Probleme entstehen meist nicht durch die Fütterungsart, sondern häufiger durch eine Fehlanpassung in Menge, Zusammensetzung oder beim Tempo einer Umstellung.
Im Folgenden haben wir die gängigsten Fütterungsarten zusammengefasst.
Welche Fütterungsart ist die beste für mein Tier?
Es gibt nicht die eine, beste Fütterungsart. Die beste Methode ist immer die, die bedarfsgerecht zum individuellen Tier (Alter, Gesundheit, Aktivität) passt und für den Halter alltagstauglich ist. Jede Form – ob Trockenfutter, Nassfutter, BARF oder gekocht – kann bei richtiger Umsetzung eine gesunde Ernährung gewährleisten. Entscheidend ist die Qualität der Zusammensetzung, nicht die Fütterungsphilosophie.
Trockenfutter: Die praktische Fütterungsart
Trockenfutter für Hunde und Katzen besteht typischerweise aus trockenen, harten Kroketten oder Pellets und setzt sich meist aus tierischen Proteinquellen, Fetten/Ölen, einer Kohlenhydratquelle sowie zugesetzten Vitaminen und Mineralstoffen zusammen. Der Wasseranteil ist gering.
Vorteile:
- Praktisch in Lagerung und Portionierung, oft lange haltbar
- Kaubewegungen müssen durchgeführt werden, fördern die Zahnsteinvorbeugung und das Wohlbefinden
- Für viele Halter:innen gut alltagstauglich
- Wenig Planungsaufwand, sofern ein Alleinfuttermittel gewählt wird
Punkte, auf die geachtet werden sollte:
- Wasseraufnahme: Muss aktiv berücksichtigt werden, da wenig Feuchtigkeit enthalten ist
- Hohe Energiedichte: Trockenfutter enthält pro Gramm oft viele Kalorien; dadurch können Portionen optisch klein wirken und dennoch zur Überfütterung führen
Nassfutter: Feuchtigkeit und Geschmack im Napf
Nassfutter für Hunde und Katzen besteht typischerweise aus feuchten Stücken oder Paté in Soße oder Gelee. Es enthält häufig tierische Rohstoffe (z. B. Fleisch und Innereien), Brühe/Wasser, Fett, Kohlenhydrate sowie zugesetzte Vitamine und Mineralstoffe. Der Wassergehalt ist hoch.
Vorteile:
- Hoher Feuchtigkeitsgehalt (kann die Flüssigkeitsaufnahme unterstützen)
- Häufig gute Akzeptanz durch Geruch und Konsistenz
- Portionierung kann für manche Tiere leichter sein (Volumen/Sättigung)
- Wird bei Schmerzen im Maul- oder Zahnbereich teils besser angenommen
- Wenig Planungsaufwand, sofern ein Alleinfuttermittel gewählt wird
Punkte, auf die geachtet werden sollte:
- Haltbarkeit: Nach dem Öffnen ist Nassfutter nur begrenzt haltbar und muss passend gelagert werden
- Handling: Geruch und Handhabung (auch zum Beispiel auf Reisen) sind im Alltag nicht für alle Halter:innen angenehm
- Fressverhalten: Da Nassfutter oft kaum gekaut werden muss, kann es bei manchen Tieren Schlingen begünstigen
BARF & Rohfütterung: Natürlich, aber anspruchsvoll
BARF steht für „Biologically Appropriate Raw Feeding“ (biologisch artgerechte Rohfütterung). Die Ration wird typischerweise aus rohen Komponenten wie Fleisch, Innereien, Knochen bzw. Calciumquellen, ggf. Gemüse/Obst, Ölen sowie Vitamin- und Mineralstoffzusätzen individuell zusammengestellt.
Vorteile:
- Hohe Individualisierbarkeit (Zutaten, Konsistenz, Verträglichkeit)
- Hohe Transparenz und Kontrolle über die Zusammensetzung
- Häufig gute Akzeptanz
Punkte, auf die geachtet werden sollte:
- Fachwissen: Eine ausgewogene Nährstoffbilanz entsteht nicht automatisch durch rohes Fleisch allein, Rohfütterung erfordert fundiertes Fachwissen und sollte immer professionell berechnet werden.
- Über-/Unterversorgung: Höheres Risiko für Nährstoffmängel oder Überversorgungen ohne genaue Berechnung
- Hygienemanagement: Lagerung, Auftauen und Zubereitung sollten konsequent hygienisch erfolgen, da rohes Fleisch oft eine hohe Keimbelastung aufweist
- Planungsaufwand: Zeit- und kostenintensiv, Rationen müssen sorgfältig geplant, regelmäßig überprüft und an veränderte Bedürfnisse angepasst werden
Selbst kochen für Hund & Katze: Individuell und kontrolliert
Selbstgekochte Rationen bestehen typischerweise aus gegartem Fleisch (ggf. Innereien), kombiniert mit Kohlenhydratquellen, gekochtem Gemüse, Ölen sowie Vitamin- und Mineralstoffpräparaten zur Bedarfsdeckung.
Vorteile:
- Hohe Individualisierbarkeit (Zutaten, Konsistenz, Verträglichkeit)
- Volle Transparenz über die verwendeten Zutaten
- Wird von vielen Tieren gut angenommen
- Durch Erhitzen werden viele Keime abgetötet, wodurch sich das Hygienerisiko im Vergleich zu roher Fütterung reduzieren kann
- Manche Bestandteile (z. B. bestimmte Gemüsesorten oder Hülsenfrüchte) sind nach dem Kochen besser verdaulich
Punkte, auf die geachtet werden sollte:
- Fachwissen: Für eine bedarfsgerechte Ration ist fundiertes Ernährungswissen nötig
- Über-/Unterversorgung: Ohne genaue Planung besteht ein höheres Risiko für Nährstoffmangel oder Überversorgung
- Hygiene & Lagerung: Gekochtes Futter verdirbt ohne Konservierungsstoffe schneller und sollte sicher gelagert werden
- Vitaminversorgung: Hitzeempfindliche Vitamine können beim Kochen teilweise verloren gehen und müssen gezielt ergänzt werden
- Planungsaufwand: Die Fütterung mit selbst gekochten Rationen ist Zeit- und kostenintensiv, Rationen müssen sorgfältig geplant, regelmäßig überprüft und an veränderte Bedürfnisse angepasst werden
Vegane & Vegetarische Ernährung: Geht das für Hund und Katze?
Pflanzlich basierte, vegetarische oder vegane Fütterung umfasst Rationen, bei denen pflanzliche Proteinquellen (z. B. Erbse, Soja, Lupine, Weizen-/Maisprotein) und Kohlenhydratquellen die Basis bilden. Ergänzt wird dies durch Fette/Öle, Vitamine und Mineralstoffe und je nach Ausrichtung durch tierische Bestandteile wie Milchprodukte oder Ei (vegetarisch) oder ausschließlich pflanzliche Komponenten (vegan). Vegetarische und vegane Futtermittel sind mittlerweile auch als Trocken- oder Nassfutter verfügbar.
Da Hunde und Katzen unterschiedliche Ernährungsphysiologie und Nährstoffbedarfe haben, unterscheiden sich die Anforderungen tierartspezifisch deutlich:
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Hunde:
Hunde können grundsätzlich vegetarisch oder vegan ernährt werden, solange der Proteinbedarf durch pflanzliche Quellen vollständig gedeckt wird (insbesondere hinsichtlich Proteinqualität, essenzieller Aminosäuren). Pflanzliche Proteinquellen enthalten im Gegensatz zu naturbelassenem Fleisch auch Kohlenhydrate, die Hunde jedoch gut verdauen können. Gerade Hunde mit einem empfindlichen Magen-Darm-Trakt profitieren manchmal von einem geringeren tierischen Proteinanteil. Bei Allergien oder Unverträglichkeiten kann ein pflanzliches Futter eine sinnvolle Option sein – insbesondere dann, wenn bereits viele tierische Proteinquellen ausprobiert wurden.
Wichtig: Für Welpen und Junghunde im Wachstum ist eine rein pflanzliche Fütterung nur mit engmaschiger fachlicher Begleitung zu empfehlen; hier ist eine individuelle Beratung durch Tierärzt:innen oder Ernährungsspezialist:innen sinnvoll.
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Katzen:
Katzen sind obligate Carnivore (Fleischfresser) und haben damit einen hohen Bedarf an bestimmten Aminosäuren wie z. B. Arginin und Taurin, die vor allem in tierischen Proteinen, also in Fleisch vorkommen und vom Katzenkörper nicht selbst synthetisiert werden können. Dadurch ist eine vegetarische oder vegane Ration bei Katzen in der Umsetzung deutlich anspruchsvoller, schwer umzusetzen und erfordert eine sehr genaue Planung und Kontrolle. Katzen vertragen Kohlenhydrate in geringen Mengen, sind aber vor allem auf genügend Proteine angewiesen.