Beschäftigung für Kleintiere

Meerschweinchen und Kaninchen Abwechslung bieten

Meerscheinchen knabbern Grünzeug. © Maja Brandt

Kleintiere wie Kaninchen und Meerschweinchen werden oft als „anspruchslose Einsteigertiere“ beworben, die nicht viele Bedürfnisse haben. Das ist jedoch eine Fehleinschätzung: Beide Arten sind neugierige und sehr gesellige Tiere, die nur gemeinsam mit Artgenossen gehalten werden sollten. Außerdem benötigen sie ausreichend Platz, um sich jederzeit zurückziehen zu können, aber auch um rennen, hoppeln und buddeln zu können

Um diese Neugier zu befriedigen und Krankheiten wie zum Beispiel Übergewicht vorzubeugen, sollten Kleintieren stets genügend Gelegenheit zur Bewegung und Abwechslung geboten werden. Damit sorgen Sie auch dafür, dass bei den Tieren keine Langeweile aufkommt.

So wichtig es ist, dass Kleintiere im Alltag Beschäftigung haben, achten Sie bitte auch unbedingt darauf, dass die Tiere nicht überfordert werden. Hier finden Sie weiteres zur artgerechten Haltung von Kleintieren: Meerschweinchen – Gehege, Pflege, Auslauf und Kaninchenhaltung.

Mit Futter zu mehr Bewegung animieren

Idealerweise bietet die Beschäftigung eine Herausforderung, die das Tier überwinden muss, um an die Leckerbissen – also die „Belohnung“ – zu kommen.

  • Futter verstecken: Sorgen Sie für Abwechslung, und verabreichen Sie das Futter nicht immer an derselben Stelle. Verstecken Sie zum Beispiel Gemüsestücke im Heu, unter einer Weidebrücke oder an anderer Stelle im Gehege, damit die kleinen Tiere auch mal auf die Suche gehen müssen. Vergessen Sie nur nicht, nicht gefundenes Futter rechtzeitig wieder zu entnehmen, damit es nicht schlecht wird.
  • Küchen- und Klopapierrolle nutzen: Befüllen Sie Papprollen mit Heu und kleinen Futterstückchen. So sind Meerscheinchen und Kaninchen eine Zeitlang damit beschäftigt, das Futter dort rauszuholen.
  • Frische Zweige und Äste: Bieten Sie Ihrer Kleintiergruppe auch mal frische Zweige und Äste zum Knabbern an – mal mit und auch mal ohne Blattgrün. Bitte darauf achten, dass die Pflanze keine für die entsprechende Tierart  giftigen Stoffe enthält.

Beschäftigungsmöglichkeiten ohne Futter

Kleintiere können natürlich auch ohne Futter zu mehr Bewegung animiert werden. Stellen Sie Ihren Meerschweinchen und Kaninchen verschiedene Beschäftigungs- und Bewegungsmöglichkeiten zur Verfügung. Das könnten zum Beispiel sein:

  • Weidebrücken, Tunneln, Röhren etc.
  • Pappkartons, die als zusätzliche Verstecke dienen. Schneiden Sie in den Karton mehrere Ausgänge ein, damit sich kein Tier bedrängt fühlt und jederzeit „flüchten“ kann. Bauen Sie doch auch mal ein „Tunnelsystem“, und stellen Sie mehrere Kartons nebeneinander auf.

Für noch mehr Abwechslung im Gehege können Weidebrücke & Co. immer wieder mal umgestellt, rausgenommen und nach einiger Zeit wieder reingestellt werden.

Wichtig: Zwar können die gleichen Beschäftigungsmöglichkeiten für Meerschweinchen und Kaninchen genutzt werden, die Tiere sollten jedoch nicht in einem Gehege zusammenleben. Kaninchen und Meerschweinchen sind unterschiedliche Tierarten mit unterschiedlichen Bedürfnissen und Kommunikationsweisen, weswegen beide Tierarten nur mit den eigenen Artgenossen gehalten werden sollten. Denn die gemeinsame Haltung von Kaninchen und Meerschweinchen bedeutet für die Tiere u.a. unnötigen Stress, bei dem sie sich möglicherweise gegenseitig verletzen können. Wer sich nach gründlicher Überlegung dazu entschließt, Meerschweinchen oder Kaninchen zu halten, findet im Tierheim sicherlich die passenden Tiere.

Tierschutzwidriges Zubehör

Nutzen Sie idealerweise Kleintierzubehör, das aus Naturmaterialien besteht und vermeiden Sie generell Plastik, da eine Verletzungs- und Verschluckungsgefahr durch das Annagen besteht. Außerdem sind die gängigen Gehege beziehungsweise Kleintierkäfige, die in Fachgeschäften angeboten werden meist viel zu klein und für eine artgerechte Haltung von Meerschweinchen und Kaninchen nicht geeignet.

Kaninchen knabbert am Grünzeug. © Melanie Siegel

Besonderheit bei Kaninchen

Buddeln und Graben ist bei Kaninchen ein Grundbedürfnis. Leben Kaninchen in einem Außengehege, sollten sie im Idealfall auch die Möglichkeit haben zu buddeln. Unterschätzen Sie dabei nicht, dass Kaninchen tief graben. Versehen Sie das Gehege mit einem sogenannten Buddelschutz, in dem Sie unter anderem das Außengitter tief genug in die Erde vergraben. Wichtig ist ebenfalls, dass das Außengehege sicher vor Fressfeinden ist und im Sommer genügend Schattenplätze bietet, damit sich die Tiere vor der Sonneneinstrahlung schützen können. Eine Alternative, die sich auch für Kaninchen in Wohnungshaltung eignet, ist eine artgerechte Buddelkiste, die mit verschiedenen Materialien befüllt werden kann. Dazu eignet sich unter anderem ungedüngte Erde oder Sand.

Mit Baumstämmen, Ästen und Rampen kann im Kaninchengehege ein Parcours gebaut werden, bei dem die Tiere springen und klettern können. Zusätzlich bieten auch sogenannte Futterbäume Abwechslung. Diese werden mit frischen Leckereien befüllt. Um an diese heranzukommen, müssen sich Kaninchen recken und strecken.

Warum Kleintiere beschäftigen?

Kleintiere lieben Beschäftigungen. Junge Tiere lernen dabei, ihre Fähigkeiten zu perfektionieren und einzuschätzen, während ältere Tiere durch das gebotene Gehirntraining gefördert werden. Daher sollten sich Meerschweinchen und Kaninchen regelmäßig ihr Futter „spielerisch“ erarbeiten – das hält sie körperlich und geistig fit.

Grundsätzlich gilt: Lassen Sie Ihre Kleintiere mit Utensilien, die zur Beschäftigung dienen, nicht unbeaufsichtigt.

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